Die Geschichte des Kleiderbügels
Was ein Kleiderbügel ist, das weiß wohl jedes Kind. Haushaltsgeräte, die zum Aufhängen von Kleidungsstücken in Schränken dienen. Wo der Kleiderbügel allerdings herkommt und wie er entstanden ist, das wissen wahrscheinlich nur die wenigsten.
Seinen Ursprung hat unser Kleiderbügel, so wie wir ihn kennen, im Mitteleuropa des 16. Jahrhunderts. Die ersten Bügel dienten der Aufbewahrung von Uniformen. Massive Holzbügel, mit aufwärtsgebogenen Enden, zur Stütze der gewichtigen Epauletten der Uniformjacken, waren hierbei von Nöten. Um 1800 kamen die hohen Jackenkragen auf und somit wurde die Kleiderbügelform verändert und angepasst. Aus der vorindustriellen Zeit stammen auch die Bügel mit langen Holzstäben, die unter dem Haken befestigt sind. Mit Hilfe dieser langen Stäbe konnten die Bügel in hohen Räumen an einer Stange aufgehängt werden. Um die Kleider in den damals vorhandenen Kleiderkammern eines Hauses vor Mäusen und Ratten zu schützen war diese praktische Art der Aufhängung bevorzugt. Im Viktorianischen Zeitalter gab es zum Teil abstruse Konstruktionen von Kleiderbügeln; aus heutiger Sicht als unpraktisch einzustufen.
Nur eine Form hat sich bis heute bewahrt. Diese einfache Variante aus Draht wurde vom US-Amerikaner Albert J. Parkhouse in Jackson in Michigan im Jahre 1903 erfunden. Eine Version der Erfindung besagt, dass er keinen freien Wandhaken für seinen Mantel finden konnte und deshalb aus einem Stück Draht einen Bügel formte.
Die ersten Hersteller von hölzernen Kleiderbügeln in Deutschland waren die Herren Sinram und Wendt.
Anfang der 1960er Jahre wurden die ersten Kunststoffkleiderbügel in Deutschland durch die Firma Coronet hergestellt. Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung wurden die Kunststoffbügel den steigenden Anforderungen von Bekleidungsproduzenten und Warenhauskonzernen als Präsentations- und Transportmittel weiterentwickelt.
