Archiv für September 2009

Kleidung für Bedürftige – Boutique statt Ramschladen

Die Kellerräume des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bad Vilbel erinnern nach Aussage eines Kunden nicht wirklich an eine Altkleidersammlung. “Das habe ich mir ganz anders vorgestellt”, heisst es da, “das sieht ja mehr wie eine Boutique aus”. Eine Boutique mit Markenkleidung und -schuhen von Caterpillar, Adidas und Nike? Vielleicht nicht ganz.

Schon im Eingangsbereich der 200 Quadratmeter großen Einrichtung lassen sich in einer Vitrine Schmuck und Matroschka-Puppen bestaunen, zwei geflochtene Sessel laden zum Verweilen ein, und eine Kinderspielecke soll auch noch hinzukommen. “Wir wollten eine nette Atmosphäre schaffen,” sagt Ladenleiterin Silke Zuschlag.

Die Kleider wurden allesamt gespendet, ein Teil stammt aus einer aufgelösten Butzbacher Boutique. Bis zuletzt brachten Besucher noch Wäschekörbe, Zierpflanzen und Kleidung aller Art vorbei. Angebot und Nachfrage von Kleiderbügeln aller Größen und Formen war besonders hoch. “Die Bügel können wir bestens gebrauchen”, sagt Zuschlag, “unsere sind fast aufgebraucht.”

Die „Altkleiderboutique“ ist wie jede andere Boutique auch in Abteilungen aufgeteilt. Gleich hinter dem Eingangsbereich befindet sich die Damenabteilung. An hölzernen Kleiderständern und Kleiderbügeln sind Mäntel und Trachtkleider aufgehängt, daneben stapeln sich Sonderangebote für Röcke, Kleider und Westen.

In der Kinderabteilung finden sich neben Schuhen und Jeans auch Brettspiele und Videos. Die Ankleiden mit Spiegel sind in der Herrenabteilung untergebracht, wo es etwas von allem gibt. Jacken, Hosen, Schuhe – vielleicht nicht unbedingt viele der Marken Camel oder Caterpillar, aber dennoch in sehr gutem Zustand. Die lange haltbaren Schuhe von Caterpillar sind z.B. als robuste Outdoor- und Arbeitsschuhe bekannt, von denen sich hier mit etwas Glück auch einige gut erhaltene Exemplare finden lassen.

30 ehrenamtliche DRK-Mitarbeiter hat der Laden. Eine von ihnen ist Cordula Pip: “Ich wollte von Anfang an dabei sein. Es ist wie bei einem neugeborenen Baby.” In zwei Lagerräumen warten noch weitere Kleidungsstücke, zum Teil sogar noch verpackt. Ob Hosen, Jacken oder Schuhe – das Lager ist gut gefüllt. Damit das so bleibt, steht vor dem Kellerfenster der Altkleider-Container am Straßenrand, der ebenfalls für Kleiderspenden gedacht ist.

Alternative zum Plastikbügel

Millionen von  Kleiderbügel aus Plastik und Draht werden jährlich auf Abfalldeponien entsorgt. Die meisten Leute wissen einfach nicht, was sie mit ihren alten Kleiderbügeln machen sollen. Das dachte sich auch Christian Ferrante, einer der Mitgründer von Green Hanger, bei einem Umzug seines Freundes. Kurzerhand gründete er mit zwei Freunden Green Hanger und ist heute mit seinem recycelbaren Kartonbügel in aller Munde.

“Das Produkt Green Hanger ist ein modischer Lösungsansatz für das globale Problem der immer größer werdenden Müllberge”, so der australische Jungunternehmer. Das australische Trio hat Kleiderbügel aus gepresstem Altpapier entworfen und feiert damitnicht nur innerhalb Australiens Erfolge. Laut Ferrante war man darauf bedacht ein möglich schön geformtes Produkt herauszubringen ohne auf den Umweltaspekt zu verzichten. Der Kleiderbügel aus Altpapier kann in Australien in zahlreichen Läden im Zehner-Pack gekauft werden. Zudem sind die Bügel auch im Online-Verkauf erhältlich.

“Wir garantieren, dass ausschließlich Abfall-Kartons verwendet werden. Dadurch wird unser Ziel möglichst energieeffizient und umweltfreundlich zu sein, erfüllt.” Für die Unternehmensgründer ist der Kleiderbügel weit mehr als bloß ein Produkt. Sie möchten durch ihren Green Hanger Kleiderbügel auch das Thema Abfallproblematik in der Öffentlichkeit und den Medien mehr zu einem Thema zu machen. Großen Abnehmern von Kleiderbügeln, wie der Modebranche, sollten die Augen geöffnet werden.

Von diesen Australiern könnten sich unsere Politiker ruhig mal eine Scheibe abschneiden…