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Kleidung für Bedürftige – Boutique statt Ramschladen

Die Kellerräume des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bad Vilbel erinnern nach Aussage eines Kunden nicht wirklich an eine Altkleidersammlung. “Das habe ich mir ganz anders vorgestellt”, heisst es da, “das sieht ja mehr wie eine Boutique aus”. Eine Boutique mit Markenkleidung und -schuhen von Caterpillar, Adidas und Nike? Vielleicht nicht ganz.

Schon im Eingangsbereich der 200 Quadratmeter großen Einrichtung lassen sich in einer Vitrine Schmuck und Matroschka-Puppen bestaunen, zwei geflochtene Sessel laden zum Verweilen ein, und eine Kinderspielecke soll auch noch hinzukommen. “Wir wollten eine nette Atmosphäre schaffen,” sagt Ladenleiterin Silke Zuschlag.

Die Kleider wurden allesamt gespendet, ein Teil stammt aus einer aufgelösten Butzbacher Boutique. Bis zuletzt brachten Besucher noch Wäschekörbe, Zierpflanzen und Kleidung aller Art vorbei. Angebot und Nachfrage von Kleiderbügeln aller Größen und Formen war besonders hoch. “Die Bügel können wir bestens gebrauchen”, sagt Zuschlag, “unsere sind fast aufgebraucht.”

Die „Altkleiderboutique“ ist wie jede andere Boutique auch in Abteilungen aufgeteilt. Gleich hinter dem Eingangsbereich befindet sich die Damenabteilung. An hölzernen Kleiderständern und Kleiderbügeln sind Mäntel und Trachtkleider aufgehängt, daneben stapeln sich Sonderangebote für Röcke, Kleider und Westen.

In der Kinderabteilung finden sich neben Schuhen und Jeans auch Brettspiele und Videos. Die Ankleiden mit Spiegel sind in der Herrenabteilung untergebracht, wo es etwas von allem gibt. Jacken, Hosen, Schuhe – vielleicht nicht unbedingt viele der Marken Camel oder Caterpillar, aber dennoch in sehr gutem Zustand. Die lange haltbaren Schuhe von Caterpillar sind z.B. als robuste Outdoor- und Arbeitsschuhe bekannt, von denen sich hier mit etwas Glück auch einige gut erhaltene Exemplare finden lassen.

30 ehrenamtliche DRK-Mitarbeiter hat der Laden. Eine von ihnen ist Cordula Pip: “Ich wollte von Anfang an dabei sein. Es ist wie bei einem neugeborenen Baby.” In zwei Lagerräumen warten noch weitere Kleidungsstücke, zum Teil sogar noch verpackt. Ob Hosen, Jacken oder Schuhe – das Lager ist gut gefüllt. Damit das so bleibt, steht vor dem Kellerfenster der Altkleider-Container am Straßenrand, der ebenfalls für Kleiderspenden gedacht ist.